Letztendlich geht es bei dieser Eintrag hier vor allem darum, dem vergessen entgegenzuwirken. Auch wenn ich kein großer Fan davon bin von allen Seiten mit den gleichen Geschichten konfrontiert zu werden, bis man sie auswendig herunterbeten kann, so glaube ich doch ist der Punkt noch nicht erreicht, an dem genug Leute wissen, was eine Atombombe überhaupt bedeutet. Und je mehr Orte es gibt, an denen man darauf hingewiesen wird desto besser.
Für diejenigen, die vielleicht mit dem Ausmaß einer Atombombenexplosion nicht vertraut sind möchte ich eine kurze Schilderung der Ereignisse geben: Am 6. August früh morgens wurde “Little Boy” ausgeklinkt und detonierte über der Stadt Hiroshima. “Little Boy” ist eine relativ kleine Atombombe mit einer Sprengkraft von 13 Kilotonnen TNT. Die Detonation erfolgt um kurz nach 8 Ortszeit in einer Höhe von ca. 500 Meter über der Stadt. In direkter Folge verdampfen 80000 Menschen bis heute sind schätzungsweise 200000 Menschenleben durch diesen Angriff beendet worden. In Nagasaki – dem zweiten Abwurfort einer Atombombe – wurde 3 Tage später eine weitere Atombombe abgeworfen, mit ähnlichen Folgen für die Bevölkerung. 1
J. Robert Oppenheimer – seineszeichens Verantwortlich für die Entwickung der Atombombe – soll später gesagt haben:
Now I am become Death, the destroyer of worlds
Dieses Zitat, auf das Oppenheimer hier anpspielt, stammt aus der Bhagavad Gita, der bekanntesten Sammlung von hinduistischen Schriften – Vergleichbar durchaus mit Koran oder Bibel.
Im Kontext dieses Zitates ist es durchaus sinnvoll sich einmal zu Überlegen welchen Eindruck Physiker aufgrund ihrer Leistungen in der Forschung hinterlassen. Gerade an dem Beispiel der Atombombe ist es am offensichtlichsten, wie menschenverachtende Waffen durch Forschung ermöglicht werden. Ist Forschung also nichts weiter als ein mittel der Kriegführung? Welche Verantwortung muss der Schöpfer dieser Waffe übernehmen?
Diese Frage zu beantworten würde ganze Bücher füllen und wäre selbst dann immernoch nicht abgeschlossen. Auf die Spitze getrieben könnte man sogar behaupten, dass jede Art von Forschung darauf abzielt effizientere Kriege zu führen. Beispiele, welche zeigen wie alltägliche Errungenschaften für militärische Zwecke gentutz werden können, finden sich zu hunderten. Auf der anderen Seite kann man aber auch anführen, dass gerade die Forschung ihre Gelder immer öfter aus Quellen im zusammenhang mit militärischen Zielen erhält. Aber ist es ein Unterschied ob ich eine Waffe baue, die Munition oder die Infrastruktur, die eine effiziente Waffenindustrie ermöglicht. All diese Punkte dienen ohne Zweifel nur einem Ziel: zu töten. Nur wo ist die Grenze an der ich für mich sagen kann, dass ich für den Frieden arbeite und nicht für den Krieg. Wo fängt die persönliche Schuld an?
Was ich erreichen möchte ist, dass man sich für einen kurzen Moment darüber im klaren ist, was für eine Bedeutung Forschung hat, mit all ihren Konsequenzen. Besonders auch, dass man sich klar macht, wie weit man selbst bereit ist zu gehen, wenn man einen neuen Job sucht. Letztendlich hat man selbst die Wahl wie man werden möchte.
Am wichtigsten jedoch ist, dass man nicht vergisst und gerade heute den ein oder anderen Moment nutzt um nachzudenken und vielleicht einen Kranich zu basteln. 2
